Systemische Beratung / Therapie

Sowohl in der systemischen Beratung als auch in der Therapie versteht sich der Therapeut lediglich als Wegbegleiter.
Sie selbst sind es, die in ihrem System als Experte  fungieren und in dieser Rolle auch innerhalb des gesamten beraterischen oder therapeutischen Prozesses bleiben.

Die systemische Beratung und Therapie gibt Ihnen die Möglichkeit neue Wege zu erkennen, sie auszuprobieren und gemeinsam in einen Lernprozess einzusteigen, bei dem sie sowohl das Tempo als auch den Inhalt bestimmen.  Der Therapeut wird während des gesamten Prozesses neutral und allparteilich allen Prozessbeteiligten gegenüber treten und während des gesamten Prozesses das System im Blick behalten.

Ressourcenorientierung, Lösungsorientierung und Kundenorientierung sind drei aussagekräftige Schlagworte,  mit denen sich die typische Grundhaltung der systemischen Praxis beschreiben lässt.

Unter Rahmen der Ressourcenorientierung wird von der Annahme ausgegangen,

“dass jedes System bereits über alle Ressourcen verfügt, die es zur Lösung seiner Probleme benötigt – es nutzt sie nur derzeit nicht” (von Schlippe/Schweitzer, 2012, S.209 f.).

Somit verläuft der systemische Beratungs- bzw. Therapieprozess lösungsorientiert, damit die vorhandenen Ressourcen entdeckt und eine Konstruktion von möglichen Lösungen begonnen werden kann. Der Fokus liegt nicht auf dem Problem selbst, dieses wird vielmehr als Symptom gesehen, welches zum Anlass genommen wird einen Blick auf die vorhandenen Ressourcen zu lenken. Dieser Blick ist durch die Präsenz der Probleme meist aus eigener Kraft nicht möglich, da die Sicht vernebelt ist. Durch die Veränderung der Sichtweise lassen sich neue Wege erkennen, die zu einer Lösung der Probleme führen können.
Sie sind dabei diejenigen, die ihre Wege erkennen und innerhalb der Beratungs- bzw. Therapieprozesses diese beginnen zu begehen. Ihnen werde keine Lösungen vorgegeben, die nicht ihr sind. Sie sind diejenigen, die ein Anliegen mitbringen und die von ihnen formulierten Anliegen werden im Mittelpunkt stehen.

Zusammenfassend lässt sich somit sagen, dass die Grundhaltung der systemischen Beratung /Therapie daraus besteht,

“von den Ressourcen her zu denken, auf konkrete Lösungen zuzugehen und sich konsequent an den Interessen des jeweiligen Gegenübers, den ‘Kunden’ zu orientieren” (von Schlippe/Schweitzer, 2012, S.209).